Was ist Biorhythmus?
Die Biorhythmus-Lehre geht davon aus, dass drei gleichmäßige Zyklen mit der Geburt beginnen und das ganze Leben lang ablaufen. Jeder Zyklus schwingt wie eine Sinuskurve zwischen einer Hoch- und einer Tiefphase.
Die drei Zyklen
- Körperlich – 23 Tage: Kraft, Ausdauer, Belastbarkeit.
- Seelisch – 28 Tage: Stimmung, Empfindsamkeit, Umgang mit anderen.
- Geistig – 33 Tage: Konzentration, Gedächtnis, Urteilsvermögen.
Daneben gibt es weitere, weniger verbreitete Zyklen, etwa den intuitiven Zyklus mit 38 Tagen. Er lässt sich im Rechner als vierte Kurve zuschalten – wie schon in WinBio.
Am Tag der Geburt stehen alle drei Kurven auf null und steigen dann an. Der Wert eines Zyklus ergibt sich aus der Zahl der gelebten Tage t und seiner Periode T: sin(2π · t / T).
Kritische Tage
Wechselt eine Kurve von der Hoch- in die Tiefphase oder umgekehrt, kreuzt sie die Mittellinie. Diese Tage gelten als „kritisch“: Der Rhythmus ist im Umbruch. Fallen zwei oder drei Nulldurchgänge auf denselben Tag, spricht man von doppelt oder dreifach kritischen Tagen.
Geschichte
Die Idee geht auf das ausgehende 19. Jahrhundert zurück. Der Berliner Arzt Wilhelm Fließ beschrieb Perioden von 23 und 28 Tagen, unabhängig davon auch der Wiener Psychologe Hermann Swoboda. Der 33-tägige geistige Zyklus kam in den 1920er-Jahren hinzu. Populär wurde der Biorhythmus in den 1970er-Jahren, als Taschenrechner und später Heimcomputer die Berechnung für jeden möglich machten.
Mitte der 1980er-Jahre entstand das DOS-Programm SuperBio, 1994 folgte WinBio für Windows, in vier Sprachen. biorhythm.com ist ihr Nachfolger – mehr dazu in der Geschichte von SuperBio und WinBio.
Was sagt die Wissenschaft?
Untersuchungen haben keinen Zusammenhang zwischen den Biorhythmus-Kurven und Leistung, Unfällen oder Befinden nachweisen können. Biorhythmus ist deshalb kein medizinisches oder wissenschaftliches Werkzeug. Viele Menschen nutzen ihn trotzdem gern als Anlass, auf sich selbst zu achten und den eigenen Tag bewusst zu planen.